SINGAPORE

Singapore
Jetzt wirds spannend. Wir wohnen in Little India, bei Rupak. Macht wie Tupak Musik, nur andere. Elektronisches Saxophon und Gitarre. House Style. Ein asiatisches Mädchen mit Hula-Hoop-Reifen ist seine Freundin. Sie lächelt stereotypisch die ganze Zeit. Wir erliegen der Versuchung zu vermuten, sie hätte keine Ahnung, dass Eva aus dem Paradies vertrieben wurde. Ist ihr vielleicht auch Wurst. Ist mit Sicherheit nicht ihr Fanclub. Aber zu den Religionen später. Die andere Mitbewohnerin ist auch asiatisch, aber alles andere als ein sozialer Schmetterling. Nicht mal ein Hallo kriegt sie rausgewürgt. Sushi-Shrek in Little India… Gegenüber ist die Kirche des heiligen Lichts auf Chinesisch. Bibelstunde auf tamilisch gibt es aber auch. Gleich um die Ecke ruft der Iman zum Gebet. Links unten neben der Mülltonne steht ein Hinduschrein? Auf der Straße gehts bunt zu. Visuell und nasal. Turbane, Saris und Gebetspunkte auf der Stirn, wohin das Auge reicht. Gebetsschreine, Stoffläden, Gebets-Blumen-Arrangements en masse. Goldschmiede, Restaurants, Obst- und Gemüsestände. Die Granatäpfel sind verführerisch. Es riecht nach Curry, Koriander, Knoblauch und Räucherstäbchen. Heiki ist überfordert, steht in der Regenrinne und muss fast spucken. Willkommen in Asien, Flachpfeife. Sie grinst gequält und würgt weiter. Wir gehen früh zu Bett und lassen Revue passieren. Was für ein Mikrokosmos.
Singapore - MoscheeSingapore - steht Ihr oder?Little India MoscheeSingapore - Little IndiaRiesige Märkte überallDa muss man schon mal würgen :-)Singapore - Little IndiaSingapore - Little IndiaLittle India KaffeekränzchenGegen 18 Uhr haben wir den opulenten Flughafen verlassen und sind durch die glattgebügelte und frisierte City gefahren. Und dann Little India. Das Wort sagt alles. Hochhaus neben Tempel neben chinesischer Oper neben Fachwerkhaus. Unsere Bude ist von aussen pfui, von innen hui. WG-Leben in der Dickson Rd 30B. Globalisierung kann auch fetzen. Rupak sehen wir nur ein einziges Mal. Beim Check In. Son Musiker hat einen anderen Rhythmus. Wir dagegen setzen uns den Entdeckerhelm auf und ziehen los, das kuriose Singapur zu erobern. Erste Anmerkung. Entgegen der landläufigen Meinung kann man in der Öffentlichkeit qualmen, ohne Rohrstock-Schläge zu kassieren. Die Kippe bloss nicht wegschnippen. Das kann teuer werden. Ne Tüte Gras würde uns übrigens das Leben kosten. Oder die Botschaft müsste sich mächtig ins Zeug legen.
Singapore - unsere UnterkunftSingapore - Little IndiaSingaporeSingapore - Little IndiaWanderlust mitten in Little India...Singapore - Little India

 

 

 

 

 

 

 


Tag 1: 
Können die Singalesen auch was Normales bauen? Die Zukunft hat hier begonnen. Megalotropolis lässt grüssen. Zumindest sehen die Stahl- und Glaskonstruktionen danach aus. Abgefahrene Kunstwerke, die überall im CBD (Central Business District) um Aufmerksamkeit buhlen. Dazwischen und gelegentlich noch alte Gebäude aus der Kolonialzeit. Die Briten waren in diesem Teil der Welt sehr umtriebig. Nicht zu vergessen die Synagogen, Tempel, chinesischen Teepavillons und Moscheen, die stoisch in der unteren Etage die Stellung halten. Uns dünkt, wir befänden uns auf einer Odyssee durch das Kulturchaos dieser Welt. Die führt von Little India nach China Town. Dann runter ins prahlerische Marina Bay, wo sich groessenwahnsinnige Architekten aller couleur austoben durften. Es riecht nach Business und nach Geld. Weiter in die Gardens by the Bay, wo man sich vor genau jenen Archtitekten ehrfürchtig verneigen möchte. So sieht die Zukunft aus. Futuristisch und nachhaltig. Stahl und Photosynthese. Bepflanzte Brücken, eine jede ein Kunstobjekt. Dachterassen mit Palmenwäldern, Glaskokons mit Blumengärten. Und diese Avatarbäume, zumindest nennen wir sie so. Die produzieren Energie, nur nebenbei bemerkt. Weiter in den wunderschönen gepflegten Colonial Destrict. Dann zurück ans Wasser zu den Quays. Wieder alles voller Kunst. Mit dreckigen Füssen kommen wir in Little India an. Futter jagen in einen der Foot Courts. Für 3 Dollar, wohlgemerkt. Wir haben Mühe, das Erlebte einzuordnen. Welche Nationalität war jetzt wo und zuerst da? Wer betet wen an? Hier lebt ein Querschnitt der Weltbevölkerung. Mittlerweile in friedlicher Koexistenz. Das war auch mal anders. Singapur ist nix für Kleingeister. Gotteshäuser verschiedenster Religionen befinden sich in engster Nachbarschaft. Die Toleranz musste sich hart erarbeitet werden. Da kann Deutschland noch was lernen. Apropos: Von der Religion ist es ja bekanntlich nur ein kleiner Schritt zur Politik. Schneiden wir das auch noch an. Das System ist rigide. Man spricht von Kontrollstaat. Dafür ist die Kriminalitätsrate schwindend gering. Das Strafrecht ist in Singapur, nun ja, etwas antiquiert. Auf Grafitti folgt Prügel mit dem Rohrstock. Der Verkauf von Kaugummis war zwischen 1992 bis 2004 verboten. Die Einfuhr ist es noch immer. Teuflisches Zeug, son Hubba Bubba. Mittlerweile kann man ihn auf Rezept in der Apotheke käuflich erwerben. Auf Rezept! Was anderes als Mundgeruch fällt uns als Krankehit nicht ein. Achja, schwul sein ist auch nicht drinn. Aber sonst läuft alles bestens in der Löwenstadt. Sie soll eine der teuersten Städte der Welt sein. Wirtschaftlich gut gepolstert.
Singapore Singapore - Marina BaySingapore Singapore Gardens By The BaySingapore - Was für ein Hotel... mit Dachpool :-)Singapore - Gardens By The BaySingapore - AvatarbäumeSingapore - The Helix BridgeSingapore - tolle Gebäude mit viel grünSingaporeSingapore - Merlin ParkSingapore Singapore Singapore - einfach schönSingapore - Clarke QuaySingapore

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 2: Singapur ist bestimmt nicht nur die teuerste, sondern auch die grünste Stadt der Welt. Finden wir. Der Wahrheitsgehalt sei dahin gestellt. Wir wollen in den botanischen Garten. Doch zuerst grasen wir noch das Kunstmuesum ab und schlendern über die dekadente Orchard Road. Hier buhlen hochrangige Designer dieser Welt um gutbetuchte Kunden. Wer braucht schon einen Gucci-Schlüpper? Fragen wir uns. Die Zeit fliegt und schon stehen die Zeiger der Uhr auf Abschied. Mit der Metro gehts zum Flughafen. Super easy, alles ausgeschildert, elektronisch bebildert etc. Am Flughafen lächelt man um die Wette, überall werden Bonbons gereicht. Heiki kriegt nen Kulli geschenkt. Musste nur den Flughafen bewerten. Was kann man da schon sagen. Das man aus der Toillete trinken könnte. Der Teppich super soft ist. Tja. Wir ahnen, dass wir auf solchen Luxus in Borneo verzichten werden. Es wird spannend. Spannender. Rote Zottelköppe des Urwalds, wir koooooooommen.

Singapore - Botanischer GartenSingapore - Botanischer GartenSingapore - Botanischer GartenSingapore - Botanischer GartenSingapore - KunstmuseumSingapore bei Nacht

3 Gedanken zu “SINGAPORE

  1. Das war ja der kürzeste Aufenthalt aber wohl auch mit den meisten eindrücken im Vergleich zur zeit. Kommt gesund in borneo an. Freuen uns auf die nächsten berichtete. LG

  2. Das sind ja wunderschöne Bilder. Muss mir alles noch mal auf den großen Computer ansehen. Da wirkt alles noch viel besser.Hab euch lieb und denke immerzu an euch.

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