SOUTH AUSTRALIA

South Australia - Salzseen überall
Fast jeder Bundesstaat hat seine eigene Zeitzone. Wir rutschen den Zeiger hoch und runter. Ne Stunde mehr, ne Stunde weniger, dann auf einmal nur noch ne halbe… Wolln wir nicht verstehn… Wir schrubben immer noch Kilometer. Mittlerweile fährt auch Dörti, geht ja auch nur gerade aus. Wenn sie selbst das nicht hinkriegt, sollte man sich Sorgen machen.

Nun also South Australia. In Coober Pedy, immer noch im Niemandsland, schlagen wir unser Nachtlager auf. Die Stadt sieht aus wie ausgedacht. Im Hirn eines Drehbuchautoren ersponnen. Und in der Tat wurden hier Filme wie „Mad Max“ oder „Priscilla, Königin der Wüste“ gedreht. Das ganze Gebiet ist No-Go-Country. Sperrzone. Hier wird Opal abgebaut. Man sieht nur endlos sandige Ödnis und Hügel. Coober Pedy ist ein einziges Braun. Staub, Kräne, Autowracks, Bauzäune und dazwischen Einrichtungen für menschliche Bedürfnisse. Die Endzeitstimmung macht es fast schon wieder sehenswert. Aufjedenfall speziell. Ein großes Alkoholproblem solls hier geben. Man staune. Wenn wir stundenlang unter Tage arbeiteten, würden wir auch anfangen zu saufen. Irgendwo müssen die Glückshormone ja her kommen. In Coober Pedy passiert auch die Abuklopperei, von der wir im vorherigen Beitrag berichtet haben. Aber der Campground ist so piekobello sauber, dass man sich fast nicht traut, das Becken zu verunreinigen. Und der Sonnenuntergang ist, gelinde gesagt, der Hammer. Der Platzwart insistiert am nächsten Morgen, wir sollten unbedingt die Stadt kennen lernen. Nö, kein Bock. Wir rauschen weiter, stundenlang geradeaus in Richtung Süden. Die Szenerie bleibt mehr oder weniger die gleiche. Bis auf gigantische Salzpfannen, die wahrscheinlich irgendwann mal Seen gewesen sind. Das Salz bleibt bis zur Küste unser Begleiter. Nachmittags trudeln wir in Port Augusta ein. Wasser. Endlich Wasser. Wir haben fertig.
South Australia-Coober Pedy Sonnenuntergang
Die Landschaft hat sich komplett geändert. Landwirtschaft und Wein scheinen die beiden Stützpfeiler dieser Provinz zu sein. Getreidefelder im flachen Land. Kilometerlang. Wir meinen, es wären die ersten Getreidefelder überhaupt, die wir gesehen haben. Im Norden der Rum, im Süden die Arbeit. Vielleicht sowas wie die Kornkammer das Landes? Wir können nur spekulieren. Dazwischen Windräder, gepflegte Häuser, und über allem ein spiessig kitschiger blauer Himmel mit Schäfchenwolken wie aus dem Bilderbuch. Im Bastelunterricht aufgeklebt. Die Szenerie erinnert uns an einen norddeutschen Sommer. Wir haben Appetit auf Vollkornbrot. Was nicht ins Bild passt sind die ausgetrockneten Salzpfannen. Dann kommt „Driving home for Xmas“ im Radio. Das erste Weihnachtslied. Wir grinsen. Und denken am Mamaaaaa. Jetzt, wo wir das Outback hinter uns gelassen haben, kommt fast sowas wie Wehmut auf. Fliegen und Hitze einmal aussen vor gelassen. Man hatte das Gefühl, völlig unbehelligt zu sein. Losgelöst. Frei. Fern von Pflicht, Etikette, Politik und Zivilisationsrotz. Sydney oder Dresden haben wir gar nicht mitbekommen. Erst durch eure Kommentare.
South Australia - Schäfchenwolekne :-)

In Adelaide verbringen wir lediglich die Nacht. In einem PULLOVER. Das Ding hatten wir schon abgeschrieben… Es ist frisch. Weiter gehts In Richtung Limestone Coast über den Princess Highway. Klingt schön. Die Schäfchenwolken dürfen nicht fehlen. Ohnehin der Himmel… Australien sollte sich den als Markenzeichen setzen. Er ist überall anders. Hier ist das Blau sauber, frisch, adrett, und sommerlich zugleich. Pitoresk. Wir nehmen uns den Coorong National Park vor, ein 145 km langer Küstenstreifen voller Lagunen, Salzseen bzw. -pfannen, vom Meer getrennt durch grosse Dünen. Die Farben sind viel sanfter als im Outback oder beispielsweise im Nordosten. Ein Herbsttyp, würde die Dame von der Stilberatung sagen. Eigentlich wollten wir in Robe ins Meer springen. Diesen Moment hatte sich Dörti schon im Outback zurechtgelegt. Auf die Knie wollte sie fallen. Neptun huldigen. Aber es kommt immer anders… Uns verwöhnten Blagen ist es einfach zu frisch. Ausserdem hat Dörti nur n Schlüpper an.
Die Rinder hier unten sind äusserst wohlgenährt. Alles in Freilandhaltung. Wir sehen auch riesige Schafherden und müssen an Neuseeland denken. Und die ersten Wombat-Verkehrsschilder. Uns kommt nur eines tot vor die Linse. Die vom Wind verzerrten Bäume erinnern an die Frisur von Marge Simpson. Andere wachsen wie absichtlich in die Breite, um fürsorglich Schatten spenden zu können. Irgendwann weichen die wilden Vegetationsvertreter künstlich angelegten Nadelwäldern. Wir sind in Mount Gambier angelangt und übernachten neben einer Pferderennbahn. Hier ist Schicht im Schacht. South Australia abgehakt. Victoria wartet und mit ihr die Great Ocean Road und Melbourne.
South Australia - Sonnenuntergang in Coober PedySouth Australia South Australia - Salzseen überall
South Australia - sieht aus wie Schnee...South Australia - Tolle FarbenSouth Australia South Australia South Australia - Coorong National ParkSouth Australia - Endlich Wasser, Dörti ist glücklich...South Australia - SalzseePS: Leider viel zu spät hat Dörti ein schönes Spielzeug gekauft. Eine Fliegenklatsche. Sehr effizient. Seitdem ist Heiki stundenlang beschäftigt….

5 Gedanken zu “SOUTH AUSTRALIA

  1. Ihr habt den Fliegen aber auch den „Totalen Krieg“ erklärt, was … 🙁 (ich weiß, nicht lustig)

    Und endlich mal wieder Wasser zu sehen. Diese ewige, endlose Einöde. Das wäre nichts für mich.

  2. Nach den letzten 3 oder 4 berichten auch mal wieder von uns ein zeichen! Wir können nur wieder eure tollen fotos und einmaligen berichte loben.manchmal macht man sich sorgen um euch, doch viel öfter muss man grinsen und sieht euch vor sich, ob mit fliegenklatsche oder Schweiß triefend. Glg von uns

    • Hallo Ihr Zwei!
      Ihr braucht Euch keine Sorgen um uns zu machen. Wir passen schon auf…
      Wir hoffen Ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und genießt ein paar freie Tage. Wir sind jetzt auf den Weg nach Sydney und genießen unterwegs weiter den Starnd und die Sonne.
      Fühlt Euch gedrückt von uns Beiden

  3. Hallo Weltenbummler,
    heute will ich doch eher mehr schreiben als gestern. Als Fan von Euch gehört sich das schließlich auch. Dörti, Du hast so eine tolle bildhafte Schreibweise, vielleicht solltest Du in Zukunft damit in die professionelle Liga wechseln. Schade wäre es, wenn diese Talente nach Eurer Rückkehr wieder einschlafen würden. So macht es immer wieder Spaß zu lesen und die schönen Fotos anzusehen.
    Weihnachten rückt immer näher… Wir wünschen Euch, das trotz der warmen Temperaturen, fernab der Heimat und Tina, Weihnachtsstimmung aufkommt. Zündet wenigstens eine Kerze an. (Soll auch gegen Mücken helfen.) Frohe Weihnachten!
    Paßt gut auf Euch auf (einsamer Campingplatz im Nichts)! Weiterhin tolle Erlebnisse!
    Seid umarmt von Steffen und Rita

    • Hallo Ihr Zwei!
      Schön Fans in Deutschland zu haben und wir freuen uns immer über Feedback…
      Ich hoffe auch das Dörti das Schreiben nach der Reise weitermacht. Bin froh das ich das nicht machen muss 🙂
      Wir hoffen Ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest, ist jetzt ja schon wieder fast vorbei. Wir haben Weihnachten am Strand in der Sonne verbracht und Melbourne unsicher gemacht. Zur Feier des Tages gab es Ente mit Rotkohl und Krustenbraten, was will man mehr. Jetzt geht es Richtung Sydney wo Silvester auf uns wartet. Fühlt Euch gedrückt von Dörti und Heiki

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