NORTHLAND

Nun also Northland. Hinein ins Maoriland. Dort oben hat alles angefangen, trudelten vor anno dazumal die ersten Maoris in ihren Kanus ein. Der Einfluss ist recht offensichtlich. Kohukohu, Ohaeawai, Ahipara, Kerikeri, Ngunguru oder Tutukaka, vermutlich eine entfernte Verwandte vom Titikaka See, sind nur einige der Namen, die man sich merken, weil hin, muss. Da schaut man doch schon öfter als gewöhnlich in die Karte. Apropos Karte: im Zeitalter der Technik tut die nicht mehr not. Heiki, der Techniker, düst mit dem I-phone durch die Gegend. Verlaufen is nicht, absolut antiquiert. GPS an, am grossen Kauribaum bitte links halten und nach dem vierten Felsbrocken dann rechts am Silberfarn vorbei. Wir haben versucht, so viel wie möglich mitzunehmen und trotzdem noch entspannt zu bleiben. Die ersten Stunden im Linksverkehr hat Heiki grandios gemeistert. War auch nicht anders zu erwarten. Unsere Wohnung für die nächsten 5 Wochen heisst mighty, was übersetzt so viel wie mächtig ist. So gross ist der Bulli nü auch wieder nicht, aber mehr als ausreichend und sowieso der schönste auf der Strasse. Nun gut, also ins Northland, passt ja auch irgendwie. Nordish by nature… Wir haben uns einfach für irgendeinen Ort entschieden, Hauptsache am Wasser. Auf dem Weg nach Waitangi ging‘ s spontan dann mal immer so rechts und links von der Hauptstrasse ab, wenn uns irgendwelche Schilder, Ortsnamen oder Empfehlungen im Reisefiührer gefielen. So waren wir in einer Glühwürmchenhöhle (Waipu Caves) ohne Glühwürmchen, wurden dafür aber von Kühen überrascht, die wie Bergziegen im felsigen Wald grasten. Auch vom Gollum weit und breit keine Spur. Den ersten Wasserfall haben wir dann auch noch mitgenommen, wo genau, fällt uns gerade nicht ein.
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Die Strassen im Norden führen oft in Serpentinen durch saftige subtropische Wälder. Unmöglich, sich satt zu sehen. Wir haben beschlossen, dass der Farn unser Liebling wird. Sieht aus wie ne Palme, nur eleganter und feingliedriger, und oben am Haupt ein fancy Sonnenschirm. Sehr chic. Fast schon in der Dämmerung erreichen wir unseren Campingplatz: Erste Sahne! Waterfront, unterm Baum auf einer grünen Wiese. Schön mit Mama geskypt bei Merlot und Sardinenbrot uuuund Licht aus. Die Kiwis, apropos, sind Weltmeister der Entspanntheit. Es scheint hier üblich zu sein, das Gate einfach aufzulassen ausserhalb der Servicezeiten. Am Eingang des Campingplatzes hängt ein Schild, dass sie sich freuen würden, uns begrüssen zu dürfen, wir uns einfach einen Platz suchen sollten und morgen zahlen könnten. Easypopeasy. We like.

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Bay of Islands

Tag 2: Entspannt frühstücken und die Sonne geniessen, weil Glieder wärmen. Die Nächte sind nämlich schweinekalt. Auf gehts, um auf kleinen Wanderungen diverse Wasserfälle (Harura und Rainbowfalls) zu entdecken. Dann noch das älteste Steinhaus Neuseelands anschauen (1836!!!!! erst erbaut), durch Mangrovenwälder marschieren, entspannt Kaffees trinken, Hühner auf Parkplätzen füttern, die Landschaft geniessen und finito.

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Tag 3: Auch wenn enorme Fahrerei, so wollten wir doch nach ganz oben zum nördlichsten Punkt Neuseelands. Je weiter nördlicher, desto weniger domestiziert. Dörti fühlt sich wie zuhause. Fast wie in Sagres, bzw. an der Westküste. Wild and beautiful – umso stimmiger, das die Sonne nicht schien. Passt auch viel besser zur Symbolik dieser Landspitze. Am Cape Reinga steht ein Leuchtturm, der Ort hat eine Sonderstellung in der Mythologie /Geschichte der Maoris. Hier treten die Seelen der Verstorbenen ihre Reise in die spirituelle Heimat an. Also schnell das Herz eingepackt und unserem geliebten Vater zu Ehren ein Foto schiessen…
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Tag 4: Auf gehts zur Coromandel Peninsula. Bevor wir die 6stündige Reise antreten, lassen wir es uns nicht nehmen, den uralten Kauribäumen im Waipoua Forest die Ehre zu erweisen. Sie sind mit bis zu 50 Metern Höhe nicht nur riesig, sondern mit bis zu 2000!!!! Jahren auch steinalt. Im Reiseführer schreiben sie treffend: Man kommt hier nicht einfach mal vorbei, vielmehr ist es, als ob einem eine Audienz gewährt wird beim Hüter der Wälder. Aber auch hier zeigt sich das „Ordnungstalent“der Neuseeländer Nichts wird dem Zufall überlassen. alles wird beschildert. Sich durch’s Dickicht zu schlagen ist quasi unmöglich. Verbote überall. Vielmehr wandelt man auf Holzstegen durch den Busch. Sogar die Schuhe werden vor- und nachher desinfiziert. Tsss, alles Mimosen, diese Bäume. Unser Fazit: Die Natur ist, salopp gesagt, der absolute Burner. Ein gewaltiges Fest für die Augen. Maori ist überall, quasi die zweite Amtssprache des Landes. Und angeblich fliesst Maoriblut durch die Venen der weißesten Weißen. Behauptet man zumindest… Unser letzter Campingwart hatte so um die 0,6 %. Unten rechts im großen Zeh 😉

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7 Gedanken zu “NORTHLAND

  1. Tolle Bilder und Bericht wieder mal von Euch.

    Habt Ihr denn wenigstens ein paar Hobbits gesehen? … und ich dachte die leben da wirklich…

    Danke, dass Ihr uns auf den laufenden haltet.

      • Dann möchte ich aber auch ein Gruppenfoto mit Frodo, Gandalf und Euch beiden sehen.

        Und brint mir den „Ring“ mit nach Deutschland.

        😀

  2. Bei Euren Beschreibungen werden so viele Erinnerungen wach! Danke und mehr davon bitte… 😉
    Nach Coromandel bitte Cathedral Cove nicht vergessen. Da war es bei mir damals so schön warm, dass der Sprung ins Meer die perfekte Abkühlung war.

    • Tja Heike, beides gemacht nur leider haben wir nicht die Temperaturen um Baden zu gehen 🙂 Aber wir sind guter Dinge das es besser wird, denn heute war endlich die Sonne da. Und da wir ja fleißig sind ist der Bericht von Coromandel auch schon drin. Bis dahin liebe Grüße von uns Beiden.

  3. Die Welt ist schön!
    Diese Erkenntnis muss man einfach erlangen wenn man die Bilder sieht, die ihr eingestellt habt.
    Ich merke, wie ich jedes Mal ganz tief einatme, wenn ich Eure Berichte lese und die Bilder dazu ansehe.
    Reisen geht also doch transzendental;-)
    Ich freue mich auf folgende Berichte und fiebere weiteren wunderschönen Bildern entgegen.
    Passt auf Euch auf!

  4. Man Mädels. Jetzt wo ich mir das alles in Ruhe durchlese. Das ist ja wirklich beeindruckend. Toll. Einfach toll. Habt weiter so viel Spaß und Erlebnisse.

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