GIPPSLAND

Wilsons Promontary National Park
Dieser südöstliche Küstenstreifen Melbournes ist sowas wie der Underdog. All den Ruhm fährt die Great Ocean Road ein. Gippsland scheint sich in deren Schatten jedoch pudelwohl zu fühlen. Seiner unaufgeregten Schönheit bewusst, gibt es sich relativ unbeeindruckt und sehr gelassen. Ein grüner Streifen voller Strände, wildem Meer, Seenlandschaften, Flussläufen und National Parks. Allen voran der Wilsons Promontary National Park.

Hier cruisen wir den ersten Weihnachtsfeiertag durch die Gegend. Die Strasse auf und ab mit Stopps an so vielen Stränden, dass wir die Übersicht verloren haben. Whiskey Beach ist natürlich noch im Gedächtnis geblieben. Nicht zu vergessen Lilly Pilly Gully, über das/den/die wir ordentlich kiechern müssen. Sowas bleibt im Gedächtnis. Wir sehen ein Reh, unser erstes in den letzten Monaten. Koala kann ja jeder… Und wundern uns über die vielen nackten Bäume. Nudisten quasi, no Blätterkleid at all.
Kulinarisch wird der 25ste eine Trauerspiel. Wir müssen schmerzlich erfahren, dass auch hier alles geschlossen hat. Wir verhungern zwar nicht, aber lecker ist was anderes. Etwas schwierig ist es auch, einen Campingplatz zu finden. Die Gates sind zu und manch einer ist wenigstens noch so freundlich, ein rüdes Closed oder Voll an die Tür zu bammeln. Irgendwo in der Walachei bei Port Alberts klappts dann doch noch – mit Blick auf ein Fussballfeld. Hauptsache eben. Weiter gehts durch hügeliges Farmland. Alles ist grün wie frisch angemalt. Ein leichtes, sich rotwangige Bäuerinnen auszumalen, die Brot backen und Käse anrühren. Kein Auto in Sicht. Bis auf eines, dass uns gleich mehrere Male überholt. Wir fragen gar nicht. Aber müssen grinsen.
Wilsons Promontary National ParkWilsons Promontary National ParkWilsons Promontary National ParkWilsons Promontary National ParkWilsons Promontary National Park
Wilsons Promontary National ParkGippsland. Sind wir also wieder mit dem Dilemma des Reisens konfrontiert. Welcher Strand von den tausenden? Entscheidungen müssen her, wenn auch via „Schnick-Schnack-Schnuck“. So hat Meister Zufall auch noch ein Wörtchen mitzureden. 90 Meilen Küstenlinie liegen uns vor den Füssen. Die Farben sind prächtig und einmal mehr wundern wir uns, wie Mutter Natur intuitiv die richtigen Nuancen trifft. Blau und sandgelb und dünengrasgrün. Einfach perfekt. Sowieso die Dünen… In einem Kinderbuch wären sie weiblich. Und mütterlich. Mit einladenden Armen und einer weichen Brust. Das perfekte Schlummerkissen. So gondeln wir durch die Gegend und lassen uns treiben. Bis auf Sydney haben wir keinen Programmpunkt mehr auf der Liste. Wir machen einfach der Nase lang. Schönes Gefühl. „Wie, eine Hängebrücke? Ok, da fahren wir mal hin. Wie, keine Hängebrücke? Auch wurscht. Dann eben weiter.“ So in etwa ist der Rhythmus. Manchmal geht der Blick nach oben. Obwohl fundamentale Atheisten, schauen wir in den Himmel und wünschten, unser Vater könnte uns sehen. Wo soll man auch sonst hinkucken? Das da oben ist schon reserviert. Nach unten ist auch doof. Muss Jesus eben mal zur Seite rutschen.
Wetlands
Bei Sales ströpern wir durch die Wetlands. Wir könnten auch Feuchtgebiete schreiben, aber Charlotte Roche hat dieses Wort irgendwie versaut. Vielleicht versuchen ja die vielen Schmetterlinge, das Image etwas aufzupolieren. Wir wundern uns über den Knallkopf, der solch filigranen Wesen diesen Namen gegeben hat. Tröstlich nur, dass die Engländer es diesmal auch nicht besser gemacht haben. Butterfliegen. Tsss.

Weiter gehts nach Metung, an die hiesige Riviera, wo wir posh ein Weinchen süppeln. Eigentlich wollten wir einen Kaffee. Gibts nicht, grinst der Kellner. Dann machen wir eben einen auf Drink and Drive. Da grinst der Kellner noch mehr. Am Lake Tyers Beach nahe Lake Entrance schlagen wir unsere Zelte auf. Wir bleiben zwei Nächte und vergammeln den Tag, man staune, am Strand. Übrigens hat es manchmal auch seinen Vorteil, wenn nachts die Blase drückt. Wir beiden Pullertruden quälen uns 2 Uhr nachts aus der Kiste. Die ganze Chose wäre eigentlich in zwei Minuten erledigt. Doch Gottseidank schweift der Blick nach oben. Wir sehen einen Sternenhimmel, den kein Planetarium dieser Welt toppen kann. Uns komm’s vor, als ob wir ganze Galaxien sehen. Das ganze Firmament voller Glitzerstaub. Waaaaaaahnsinn…

Der Rest ist schweigen. Wir werden uns in die Nähe von Sydney vorackern und legen eine kreative Pause ein. Neues gibts dann aus der Sylvesterstadt Sydney. O la la. Das kann heiter werden.
Gippsland - Dörti geht es fantastisch :-)GippslandsWetlands

10 Gedanken zu “GIPPSLAND

  1. Matze. Es scheint du machst Tag und Nacht nichts anderes als auf den nächsten Blog zu warten. Du bist immer schneller als ich. Genießt Sydney. Bin schon gespannt, was ihr über das Silvester Spektakel dort schreibt. Großen Kuss von eurer Mutti

    • Naja, ich gucke halt ein bis zwei mal am Tag nach, ob es wieder tolle Berichte von Deinen Töchtern gibt. Und es lohnt sich ja auch jedesmal nach zu sehen. 🙂

  2. Ein FROHES UND GESUNDES NEUES JAHR 2015, hoffentlich empfangen pünktlich um 0.00 Uhr, wünschen Euch Eure Drei.
    Habt weiterhin so viel Spaß an Eurer Tour wie bisher.

  3. Jetzt seid Ihr in Sydney, wie soll es denn weiter gehen und wann gehts ins nächste Abenteuer/Land?

    Wenn die Reihenfolge im Blog stimmt ist Fidji das nächste Abenteuer, oder?
    Mir war so, als wenn Sydney Eure letzte Station von Australien ist. Stimmt das?

    Ich kann es kaum abwarten wieder etwas neues zu lesen von Euch! 🙂

  4. Hallo Weltenbummler,
    Silvester liegt 6 Tage zurück, Ihr werdet sicher ein bombastisches Erlebnis gehabt haben, doch keine Zeilen von Euch? Geht es Euch gut? Oder seid Ihr von den Waldbränden betroffen?
    Wir waren eine Woche im Schnee in Südtirol und sind dort im wahrsten Sinne des Wortes gut rein gerutscht mit den Ski ins Jahr 2015. Euch wünschen wir ein glückliches, erlebnisreiches, aber auch gesundes Neue Jahr und laßt die Neugierde nicht abhanden kommen! Rein egoistisch, denn nur so haben auch wir am anderen Ende der Welt etwas davon…
    Über Euren Bericht mußte ich wieder lachen: dünengrasgrün!!! Einfach reizend. Alles andere im Text natürlich auch.
    Wir umarmen Euch, drücken Euch, laßt es Euch gut gehen.

    • Hallo nach Berlin!
      Ja uns geht es gut. In Sydney war keine Zeit zum schreiben und jetzt sind wir auf den Fidji’s und das ist es nicht so einfach mit Internet. Bericht folgt und Euch auch noch ein super neues Jahr 2015. Drücker von uns Beiden

  5. Dörte, toll was Ihr beide da an den Tag legt……wünsche Euch weiterhin viele tolle Erlebnisse auch in diesem Jahr. Zeit und Gesundheit…….zwei der wichtigsten Güter um diesen einmaligen Planeten zu erkunden. Wünschte auch losfahren zu können.

    Ganz liebe Grüsse, diesmal gerade aus Zürich

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